Vorsicht bissig – Erzieherin auf Tour

Strahlender Sonnenschein, 22 Grad am Morgen und letzter Arbeitstag im Kindergarten in der Woche. Alles zusammen perfekte Voraussetzungen für den geplanten Ausflug mit 25 Kindergartenkindern in den Tiergarten. Das Wochenende würde ich zur Erholung benötigen. Die Kinder waren aufgeregt und dementsprechend hippelig. Sie hüpften im Gruppenraum hin und her, zupften nacheinander oder auch gleichzeitig an meiner Hose herum, um mir Wissenswertes über den Tiergarten zu erzählen („Die Zebras sind eigentlich nur angemalte Pferde!“) oder liefen einfach nur im Kreis herum, des Spaßes halber. Die Lautstärke, die die jauchzenden, springenden, sich um die eigene Achse drehenden Kinder dabei von sich gaben, war nichts gegen den Geräuschepegel einer Großraumdisco an einem Samstagabend.

Angestrengt schaute ich auf die Uhr. Sie zeigte mir an, dass es noch mindestens 20 Minuten dauern würde, bevor wir uns auf den Weg machen würden. Also alle noch mal Pippi machen, sich anziehen und danach in Zweierreihen im Garten aufstellen. Nasen mussten geputzt, Käppis zum Schutz vor der Sonne der Kopfgröße entsprechend angepasst werden und dann gab es noch das Problem, dass Kind X nicht mit Kind Y an der Hand gehen wollte, zu lösen. Wir wären mit der S-Bahn, der U-Bahn und dem Bus ungefähr eine Stunde unterwegs, bevor wir Tiere bewundern könnten. Es galt auch, die Eltern ein wenig zu befriedigen, die sich so sehr vermehrt nach Ausflügen mit den Kindern sehnten. Doch wenn man dann fragte, welche Mutter/welcher Vater uns zu Zwecken der Aufsicht begleiten würde, dann herrschte das große Schweigen im Wald. Es waren immer die gleichen Mütter, die sich für einen Ausflug zur Aufsicht anboten. Nun also sollte es in den Tiergarten gehen. Ich hatte schon zwei Nächte zuvor nicht mehr richtig gut geschlafen, denn immer tat sich mir ein Alptraum auf: Ein Kind sitzt noch in der U-Bahn und winkt uns fröhlich zu, die Türen schließen sich und das lustig winkende Kind fährt ohne uns weiter. Puh…

Doch dann war es soweit, wir konnten losgehen. Wir befanden uns geschätzte 200 Meter vom Kindergarten entfernt, als wir durch ein lautes, gerufenes ‚Stopp!‘ in unserem bisher flüssigen Laufen gestört wurden.

Eine Mama aus den hinteren Reihen rief uns zu, dass Alla (3) noch ihre Hausschuhe anhätte. Na prima. Wir warteten. Ein Blick auf die Uhr ließ mich leicht nervös werden. Wir waren noch weit von der S-Bahn Station entfernt und diese würde in zehn Minuten fahren. Ich atmete die Sorgen weg und fragte meinen Handpartner Paul (5), was er denn am Wochenende vor habe. Paul ist ein wissbegieriges und redefreudiges Kind. Er hält sich während unseres normalen Gruppenalltages gerne an meiner Seite auf und unterhält mich in den unmöglichsten Situationen mit Dingen, die ich noch nicht wusste. Dank ihm wusste ich, wer das U-Boot erfunden hat, welches Mundstück für Posaunen das beste sei und dass es Ausserirdische nur in Filmen gibt. Dabei hätte ich viel lieber mal gewusst, ob seine Mutter sich tatsächlich hat liften lassen, oder ob ihr Haargummi, welches ihren Pferdeschwanz zusammenhält, einfach nur zu stramm sitzt. Aber über seine Familie erzählt er weniger. Es waren nur noch wenige Meter bis zum Bahnhof. Janis motzte, weil sein Rucksack ihm immer wieder von den Schultern glitt und Petra stritt mit Marnie, weil diese ihr immer wieder von hinten auf die Hacken trat.„Weil sie so langsam läuft“, entschuldigte Marnie sich bei mir und schaute Petra böse an.

Flori stöhnte, dass er einen Riesenhunger habe und Thorsten wollte seine Käppi nicht mehr auf dem Kopf behalten, weil sie so arg juckte.

Ich hatte hingegen nur eines im Kopf: So schnell wie möglich den Bahnhof erreichen. Letzendlich schafften wir es und konnten noch in Ruhe die Fahrkarten für die Sechsjährigen abstempeln, denn Kinder ab sechs Jahren benötigen eine solche Karte.

Im Zug nach Nirgendwo

Zischend hielt die S-Bahn vor unserer Nase. Nun musste wir schnell sein, was das Einsteigen anging. Mal wieder bemerkte ich, wie groß so ein kleiner Schritt in die S-Bahn für Menschen mit einer Körpergröße von 90 bis 116 cm ist. Damit die Kinder die drei Stationen Fahrt über nicht stehen mussten, platzierte ich sie hier und da zwischen den anderen Zuggästen. Einige schauten genervt von ihrem Buch auf und rückten nur ungern zur Seite, wieder andere sahen uns lächelnd zu und fragten die Kinder aus. So auch die ältere Frau mit dem pflaumenfarbenen Hut auf dem Kopf. Zum Ausfragen hatte sie sich ausgerechnet Janis ausgesucht. Janis, der Siebenschläfer. Janis, der Träumer. Janis, der in seinem Denken und Handeln meist drei Zeitzonen hinter uns liegt. Beim Mittagessen müssen wir oft auf ihn warten. Weil wir erst dann anfangen, wenn alle Kinder zu Tisch sind, passiert es mitunter häufiger, dass wir lange warten müssen, weil Janis noch nicht vom obligatorischen Toilettengang vor Beginn des Essens zurück ist. „Wir haben Hunger!“ schreien die älteren Jungs dann, ein paar andere puhlen gedankenverloren mit der Gabel Löcher in die Tischdecke, einige gähnen. In solchen Momenten gehe ich energischen Schrittes in den Waschraum, wo ich Janis am Waschbecken planschen sehe. „Nu aber hopp, die anderen warten schon auf dich“, sage ich meist und bekomme regelmäßig die gleiche Antwort: „Aber ich war doch noch gar nicht auf der Toilette.“ So ist Janis. Ein unverwechselbar wunderbarer, verträumter Junge. Und an eben diesen Jungen wandte sich nun die Pflaumenhut-Frau. Sie nickte und lächelte ihn freundlich zu, öffnete dann ihren Mund, der mit sehr großen Zähnen bestückt war und fragte ihn: „Na, wo fahrt ihr kleinen Menschen denn hin?“ „Ääääh, das weiß ich auch nicht!“ sagte Janis und zuckte mit den Schultern. Na klar. Am Hauptbahnhof zählte ich alle meine Kinder durch. 25 müssten es sein, aber ich kam nur auf 23. In meinem Kopf brizzelte es. Leichte Panik kam in mir auf. „Zählt ihr bitte mal mit?“ fragte ich die sozialpädagogische Assistentin, die Praktikantin und die beiden uns begleitenden Mütter. Ich flüsterte dem lieben Gott zu, dass er bitte nicht meinen Alptraum-Ausflug wahr werden ließe und schon sah ich die beiden Ausreißer. Sie saßen glücklicherweise nicht in einem Zug nach Nirgendwo, sondern hatten die tolle Technik der Rolltreppe in Augenschein genommen. Wobei „in Augenschein nehmen“ noch untertrieben war. Sie waren schon in der Ausprobierphase und liefen in verkehrter Richtung die hinunterfahrende Rolltreppe wieder hinauf. Dabei juchzten und quiekten sie vergnügt. Es tat mir leid, ihren Spaß zu unterbrechen, aber schließlich war ich wegen ihres Fehlens gerade tausend Tode gestorben. Unglaublich, da hatten wir gerade erst 20 Minuten unseres Ausfluges hinter uns und ich hatte schon so viel Adrenalin getankt, dass ich mich die nächsten drei Wochen gerne in die Kuschelecke oder das Bällebad gelegt hätte. Ein Fernsehsender könnte daraus eine siebenteilige Doku drehen…

Im Paradies

Dann endlich erschien die große Pforte des Tiergartens vor uns. Erleichterung machte sich in mir breit wie eine Picknickdecke auf einer Sommerwiese. Lara war die Trinkflasche in ihrem Rucksack ausgelaufen. Sie weinte. „Ist doch nicht schlimm, den Rucksack kann die Mama doch zu Hause waschen und in deiner Flasche ist noch genug zu trinken“, versuchte ich sie zu besänftigen. „Ich wihihill die Flahahasche aber nich mehr in dem Ruhuhucksack hahaben!“ schluchzte sie in jämmerlichen Tönen. Um des schnellen Friedens wegen versprach ich ihr, die Trinkflasche für sie den restlichen Tag über selbst zu tragen. Ich nahm dabei viel auf mich, denn wenn die anderen Kinder erst ein mal mitbekamen, dass ich Laras Trinkflasche spazieren führte, würde ich irgendwann überrannt werden mit Aussagen anderer Kinder, die mir mitteilten, dass ihr Rucksack zu schwer, die Beine zu müde oder die Kleidung zu warm wäre. Für solche Zwecke haben wir bei Ausflügen eigentlich immer einen Leiterwagen dabei, aber weil wir am Morgen entdeckten, dass ein Reifen des Vehikels platt wie eine Flunder war und ein großes Loch aufwies, musste es auch mal ohne gehen. Als wir den Eingang des Tiergartens passierten, kam es mir vor, als hätte ich soeben das Paradies betreten. Nicht wegen der tollen Tiere und der sensationellen

Außenanlagen. Nein. Einfach nur, weil der Ausflug nun endlich so richtig losging. Die Giraffen waren die ersten, die wir mit unserer Anwesenheit beglückten. „Wie groß die wohl sind, was glaubt ihr?“ fragte ich die Kinder. „Aber da ist ja auch ein Vogel Strauß in dem Gehege“, stellte Paul fest. „Oh ja“, sagte ich und band die Schnürsenkel an Lias Schuhen zu. „Aber was macht denn der Strauß im Giraffengehege?“ fragte Paul. „Vielleicht sind das beste Freunde?“ antwortete ich. „Aber was ist denn, wenn sich der Strauß und die Giraffen in der Paarungszeit befinden. Können Giraffen mit Straußen Kinder bekommen? Und wie sehen dann die Kinder von denen aus? Funktioniert das alles? Haben die Straußenkinder dann lange Hälse und sind gefleckt oder haben Giraffenkinder dann lange Beine aber kurze Hälse und ein geflecktes Gefieder?“ Die einzige Frage, die ich mir dazu stellte war: Wo ist eigentlich mal ein Tiergartenmitarbeiter, wenn man ihn braucht? „Wie ist es denn jetzt, was machen die denn dann?“ wollte Philip seinen Wissenshunger gestillt haben. Ich seufzte. „Ich glaube, dass es Gott so eingerichtet hat, dass der Strauß keine Kinder mit den Giraffen will und umgekehrt.“

„Meinst du wirklich? “„JA!“

Hunger und Durst

„Ich hab sooooo ’nen Hunger!“ jammerte Flori. Ich stöhnte innerlich. Da machte man einen Ausflug in den Tiergarten und alles, was ihn beschäftigte, war sein Brot in der Tasche. „Wir machen bald einen Stopp und vespern“, versprach ich ihm. „Wann bald?“

„Wenn wir bei den Pinguinen waren“, sagte ich hastig und schob ihn weiter. Denn selbständig gehen wollte er nun auch nicht mehr.

Wir sahen meckernde Ziegen, schnaubende Büffel und quakende Frösche. Wir bewunderten pinke Flamingos, heulende Wölfe, und kunterbunte Fische. Wir erfuhren durch die Infotafeln viel über die Gewohnheiten der Tiere und lernten Neues. Und dann kam es endlich dazu, dass wir unsere große Decke ausbreiteten und mit der Raubtierfütterung der Kinder beginnen konnten. Wer glaubt, dass spätestens in diesem Moment auch die Erzieherinnen ein wenig verschnaufen können, der irrt. Aber gewaltig. „Machst du mir bitte mal die Brotbox auf?“ ist einer der häufigsten Sätze, die ich beim Picknicken mit den Kindern höre. Dicht gefolgt von: „Ich krieg meine Flasche nicht auf“ und „der Reißverschluss von meinem Rucksack geht nicht richtig zu“. Ich öffnete also zischend Dutzende von Flaschen und ärgerte mich zum x-ten Mal darüber, dass manche Mütter ihren Kindern kohlensäurehaltige Getränke zu einem Ausflug mitgaben. Denn mit der Kohlensäure war es spätestens beim Öffnen „Essig“. Kein Wunder, nach dem Geschaukel im Rucksack.

Meine Hände klebten wegen der Apfelschorle-Fontäne, die aus Paulas Flasche geschossen kam. Wie sollte ich denn jetzt tröstend über Julians Wange streichen? Der war nämlich bitterlich am Weinen, weil er seine Brotbox aufmachte und sah, dass sein Hanuta geschmolzen war. Paula hatte noch Durst. Die Hälfte ihres Getränkes war schließlich im Wiesenboden versickert, als ich ihr die Flasche öffnete. Eine schnelle Lösung musste her. Alle Kinder um mich herum versammelt fragte ich in die Runde, wer Paula etwas zu trinken abgeben würde. „Alles ausgetrunken!“ riefen die Kinder durcheinander. Mist. „Ich hab‘ noch was zu trinken“, piepste plötzlich ein dünnes Stimmchen hinter mir. Es war Lola (4). „Was is’n da drin?“ fragte Paula mich kritisch. „Früchtetee!“ antwortete Lola. „Das darf ich nicht trinken, dagegen bin ich am allergisch sein“, jaulte Paula. „Wir kommen gleich an einer Toilette vorbei, da zapfe ich dir Leitungswasser aus dem Wasserhahn“, beruhigte ich sie.

Bevor wir eine Toilette sahen, kamen wir am Eisbärengehege vorbei. Vor Wochen war ein Eisbärenbaby namens Flocke geboren worden und hatte mediales Interesse aus der ganzen Welt geweckt. Es gab keinen, der nicht verzückt vom Anblick Flockes war. Ralf hatte mir zum Fasching im Kindergarten extra ein Flocke-Kostüm aus einem Frottee-Spannbettlaken geschneidert. Alle liebten Flocke. Ein Tierpfleger kam und warf einen großen Eisblock in das Wasser. In dem Eisblock waren verschiedene Gemüsearten wie Karotten, Kohlrabi oder Kartoffeln eingefroren worden. „Damit sie sich ihr Essen erarbeiten muss und dabei noch etwas zum Spielen hat“, klärte der Tierpfleger die Kinder und mich auf.

„Durst“ krächzte Paula. Die Arme. Wasser, Eisblock… das waren alles Worte, die ihr Leiden verschlimmern mussten. Ein älteres Ehepaar musterte mich von oben bis unten. War irgendwas? „Das Kind hat Durst!“ bemerkte der Mann schließlich. „Das weiß ich!“ sagte ich. „Ja dann geben sie dem Kind doch etwas zu trinken!“ motzte die Frau. „Sobald wir einen Wasserhahn gefunden haben“, sagte ich besänftigend. „Aber sie haben doch da eine Trinkflasche in der Hand“, stellte der Mann fest. „Ja, aber die gehört einem anderen Kind und die Flasche ist zudem leer“, antwortete ich und schob die Kinder weiter. Zehn Minuten später las ich auf einer Tür endlich die zwei erlösenden Buchstaben WC.

Paula stillte ihren Durst und etliche andere Kinder erleichterten sich auf den viel zu großen Toiletten. Auf dem Mädchenklo machte ich Mias Hosenknopf auf und Laras wieder zu, half Alissa ihren Gürtel zu verschließen und steckte Lisas Unterhemd wieder in die Hose. Wir gingen weiter. Der Ausgang war nicht mehr fern und das war auch gut so. wir waren immerhin schon seit zwei Stunden auf den Beinen. Das hochsommerliche Wetter machte die Kinder zudem müde und quengelig. Aufgrund der Müdigkeit hatten sie auch den Spaß am „Tiere anschauen“ verloren. „Wir sind ja gleich beim Ausgang“, antwortete ich jedem Kind, das mich jammernd fragte, wann wir denn endlich wieder in den Kindergarten fahren würden.

„Wir kommen noch bei den Elefanten vorbei und dann sind wir schon am Ende des Tiergartens.“ Am Ende des Tiergartens? Am Ende meiner Nerven wäre passender.

Staunend standen die vor dem Elefantengehege. „Boooaaaar sind die groß!“ rief Flori. Wir standen auf einem leichten Hügel vor dem Gehege und konnten somit gut auf die grauen großen Tiere herunter schauen. Dann flog etwas auf den Boden und landete genau vor Elefantendame Yvonne. Diese ging daraufhin einen Schritt zur Seite und trat auf eben das, was da hinunter geflogen war. Es knirschte kurz. Jemand schluchzte. „Was ist los, was ist passiert?“ fragte ich und sah einen weinenden Tim auf mich zu kommen. „Was ist los?“ wiederholte ich meine Frage.

„Mein Playmobil-Männchen! Der Elefant ist auf mein Playmobil-Männchen getreten!“, heulte er hemmungslos und warf sich in meine Arme. „Wie konnte das passieren?“ fragte ich, während ich seinen Rücken streichelte, um ihn zu beruhigen. „Der ist mir aus der Hand gefallen und der Elefant ist draufgetreten!“ schluchzte Tim mir ins Ohr. Ich hätte ihn gerne gefragt, warum er ein Playmobil-Männchen zu einem Ausflug mit in den Tiergarten nimmt und dass er selber schuld sei und dass auch gar kein Mitbringtag sei und Sonstiges. Aber ich verkniff es mir. Er brauchte Trost und keine Ermahnungen. Er war gestraft genug. Es war schließlich nicht nur ein einfaches, ersetzbares Playmobil-Figürchen gewesen, sondern eines mit einer orangefarbenen Weste. Zugehörig zur „Müllbeseitigungs“ -Edition. Ein Müllmann. Zertreten von einer Elefantendame.

Das Schicksal kann schon hart sein. Als wir den Ausgang endlich erreichten und mit der Straßenbahn gen Kindergarten fuhren, war ich geschafft und froh. Froh, dass alles vorbei war. Zu Hause angekommen fiel ich müde auf das Sofa und berichtete Ralf von meinem Ausflug mit den Kindern. Ich ließ kein Detail aus und zählte ihm alle stressigen Momente auf. Im Hintergrund lief das Radio.

„Mach lauter, mach lauter!“ rief ich, als ich das Wort Tiergarten hörte. Ralf stellte das Radio lauter und so hörte ich gerade noch, dass am heutigen Tag um 13:30 Uhr der 500.000ste Besucher den Nürnberger Tiergarten betreten hätte. Es war ein fünfjähriges Kind, das mit seinen Eltern dort war. Als Geschenk bekamen sie neben einem prall gefülltem Geschenkkorb eine Jahreskarte für den Tiergarten. Meine Wut war grenzenlos.

„Wenn jemand diesen blöden Korb verdient hat, dann bin es ja wohl ich!“ stellte ich laut schimpfend fest.

Mit EINEM Kind den Tiergarten besuchen, das kann ja wohl jeder! Mit 25 Kindern, mit 25! Das ist eine Kunst! Pah! Ein Kind und dann einen dicken Geschenkkorb abgreifen.

Ich schüttelte lange den Kopf. Bis Ralf mir tröstend über die Wange strich.

Ohne klebrige Hände. Manchmal brauchen auch Erzieherin Trost von einem „Großen“.

Ich wünsche euch eine Woche ohne Ärger. Eine Woche mit vielen schönen Erlebnissen und wunderhaften, tollen Begegnungen.

Herzlichst eure Steph ❤

2 Kommentare zu „Vorsicht bissig – Erzieherin auf Tour

  1. Oh meine Güte, was für ein harter Job. Immer wenn ich deine Kindergarten-Geschichten lese, habe ich den aller größten Respekt vor deiner Arbeit. Ich hoffe, dass viele junge Mütter/Väter diese Beiträge lesen und anschließend mehr Verständnis und Unterstützung zeigen. Das hast du wieder mal so toll geschrieben, dass mir selbst nur beim Lesen und Schmunzeln der Schweiß vor Stress ausgebrochen ist :-). Liebe Grüße in den Norden, Monika

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