Herr Schröder treibt’s bunt

Huuui, war das mal wieder eine aufregende Zeit mit unserem Nisser namens Schröder. Ein paar Augenblicke habe ich für euch mal zusammengefasst….

Montag: Warme Beutel

„Ich hab dir etwas mitgebracht“, sagte Herr Schröder. Ich traute meinen Ohren nicht. Kalle Knispel Schröder hatte MIR etwas mitgebracht? „Wo warst du denn überhaupt?“ fragte ich, so verdutzt war ich über ein Geschenk des kleinen Wichtels. „Er war mit Sushi Gassi gehen“, beantwortete Ralf, der gerade die Küche betreten hatte, meine Frage. Sushi ist unser Hausfisch. Er lebt in einem kleinen Schraubglas, in dem früher mal Sauce Bolognese war, weswegen er mit vollen Namen Sushi Bolognese heißt. „Aaaalso“, begann Herr Schröder und strich sich mit seinen kleinen, dicken Fingern durch den langen Bart. „Ich war mit Sushi Gassi und da sah ich plötzlich Leute mit Hunden“, fuhr er fort. Weil seine Erzählung vermutlich länger dauern würde, legte ich den Kochlöffel neben den Herd und setzte mich auf einen Stuhl. „Die Leute haben alle paar Meter etwas weggeschmissen und da du ja appszirkelst…“ „Upcycling nennt man das“, unterbrach ich ihn. „Jaja, aus Müll was basteln, ich weiß“, sagte er und begann von vorn. „Also die Leute haben immer wieder was weggeschmissen und da dachte ich, du kannst das bestimmt gut gebrauchen und so habe ich es mitgebracht.“ Während er mir das erzählte, wippte er mit seinen Füßen hin und her und grinste stolz. Ich nahm einen der warmen, schwarzen Beutel entgegen und ließ ihn sofort, fallen als ich begriff, was er mir da mitgebracht hatte. „Das ist Ka…!“ rief ich. „Nana, du weißt doch noch gar nicht, was darin ist“, brummte er beleidigt. „Ich meinte den Inhalt dieser Beutel. Da sind Hundehäufchen drin“, erklärte ich ihm. „Ach so?“ fragte er und ich nickte. „Nicht aus allem, was die Leute wegwerfen, kann man Neues basteln“, sagte ich. Anschließend musste ich ihm allerhand Fragen beantworten. Warum Hunde kein Katzenklo haben zum Beispiel oder warum auf den Beuteln nicht gleich drauf steht, was drin ist. Es war zwar kein schönes Thema, aber er ist ein wenig klüger geworden, hoffe ich.

Dienstag: Lagerfeuer im Esszimmer

Einen Tag später… Ich bereitete in der Küche gerade das Frühstück zu. Frischkäse mit Gurke, Tomatenbrote mit Salz & Pfeffer, Eier von glücklichen Hühnern. „Und wo sind die Toffifee?“ fragte mich Herr Schröder. „In den Tag startet man mit einem gesunden Frühstück, nicht mit Süßigkeiten“, antwortete ich ihm. „Warum?“ fragte er. „Weil man sonst nicht gut denken kann“, log ich. Da stampfte er wortlos davon.

Manchmal ist es für die Nerven besser, wenn man mal ein bisschen Ruhe vor Kalle Knispel Schröder hat, deswegen kümmerte ich mich erst einmal nicht um ihn.

Dann klingelte unser netter Postbote. „Warten sie hier, ich habe noch etwas für sie“, sagte ich und rannte in die Küche zurück, wo ich eine Tafel Schokolade aus dem Schrank holte. Im Schrank fehlte irgendwas, nur was? Der Postbote bedankte sich für die Schokolade und fragte mich, was hier denn so gut riechen würde? „Ääähm, keine Ahnung, das Frühstück vielleicht?“ antwortete ich und wünschte ihm noch einen guten Tag. Es roch tatsächlich gut. Irgendwie süßlich. Doch wo kam das nur her? Da fiel mir ein, dass ich Herrn Schröder länger nicht gesehen hatte und so machte ich mich auf die Suche. Im Esszimmer wurde ich fündig. „Ach herrjeh!“ rief ich und sprang zur Balkontür, um sie zu öffnen. Herr Schröder hatte sich aus Steinen und leeren Klopapierrollen ein Lagerfeuer aufgebaut und röstete sich im Esszimmer gemütlich ein paar Marshmellows über dem offenen Feuer. Das war also der süßliche Duft gewesen. „Ich kann hervorragend denken, wenn ich Süßes zum Frühstück esse“, sagte er und stopfte sich den angekokelten Marshmellow in den Mund. Auf das gesunde Frühstück hatte er nun natürlich keinen Appetit mehr.

Mittwoch: Kapitän Schröder

Habt ihr auch Lieblingsgeschirr? Ich habe eine Schüssel, aus der ich zu gerne esse. Sie ist weiß und es sind ganz viele bunte Äpfel darauf abgedruckt. Egal ob Cornflakes, Obstsalat oder wie heute ein Müsli, ich brauche meine Schüssel. Doch die war heute morgen weg. Verschwunden. Nicht auffindbar. Als ich zum x-ten Mal in der Spülmaschine nach dem Verbleib der Schüssel schaute, hörte ich es plötzlich im Badezimmer nebenan laut plätschern. Der Ralf konnte es nicht sein, der half mir nämlich gerade bei der Suche und außerdem plätschert der nicht. Wir schauten uns kurz an und dann rannten wir geschwind Richtung Badezimmer. Und was sahen wir da? Herrn Schröder. Er hatte das Wasser in der Dusche blau gefärbt, einen Stöpsel in den Abfluss getan und saß in einem Boot, welches verdächtig nach meiner Lieblingsschüssel aussah. Als Paddel hatte er sich zwei Eislöffel aus der Schublade geholt und so kreiste er nun in unserer Dusche und sang ganz laut „An der Nordseeküste“. Trallalli und Trallala. Naja, ein Gutes hat das ganze ja, denn wir wussten gar nicht mehr, wo der Stöpsel war und Kalle Knispel hatte ihn wiedergefunden.

Donnerstag: Das Netz ist leer

Es sollte gedünsteten Rosenkohl mit Salzkartoffeln geben, doch es kam mal wieder ganz anders. „Ich will Toffifee!“ maulte Herr Schröder. „Du möchtest Toffifee zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen. Wo soll das noch alles hinführen? Rosenkohl ist lecker und gesund!“ erwiderte ich. Dann ließ ich Kalle Knispel Schröder leider aus den Augen und schüttelte die Betten aus. Zurück in der Küche wollte ich den Rosenkohl putzen, doch das Netz, in dem sich der Rosenkohl befand, war leer. Das konnte doch nicht wahr sein! „Warum kullern hier im Flur vereinzelte Rosenkohlröschen herum?“ fragte der Ralf. „Na warte!“ antwortete ich und folgte der Spur. Im Badezimmer wurde ich fündig. Da stand doch tatsächlich unser kleiner Freund Schröder und fütterte die Enten mit unserem Rosenkohl! „Und was sollen wir heute zu Mittag essen?“ fragte ich. „Na Toffifee!“ war seine kleinlaute Antwort. Dieser Schlingel.

Freitag: Grinsende Wichtel statt weißer Rolle

Man, war ich sauer! Ich saß im Badezimmer auf der Toilette und sah plötzlich, dass IRGENDWER das Klopapier gegen Geschenkpapier ausgetauscht hatte. Lustige kleine Wichtel grinsten mich auf dem glänzenden Geschenkpapier an. „Raaalf?“ rief ich laut, doch der konnte mich nicht hören, denn er brachte gerade das Altglas unseres 81-jährigen Nachbarn weg. Unser Nachbar bittet nie um Hilfe, deswegen freute ich mich sehr, als Ralf gestern nach Hause kam und besagten Nachbarn mit im Schlepptau hatte. „Herr Liebermann, wie schön sie zu sehen, setzen sie sich, Möchten sie etwas trinken, ein Wasser vielleicht?“ fragte ich aufgeregt, als ich ihn sah. Wir wohnen schon so lange hier, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass Herr Liebermann mal direkt in unserer Wohnung stand. Jedes Jahr an Weihnachten laden wir ihn ein, das Fest mit uns zu begehen, da er nach dem Tod seiner Frau alleine lebt, aber jedes Jahr hatte er dankend abgelehnt. Was war nun der Grund für sein Erscheinen, hatte er sich ausgesperrt? „Herr Liebermann braucht einen Impftermin wegen des Boosterns, und sein PC stürzt immer ab, wenn er sich für einen Impftermin anmelden will“, erklärte Ralf. „Ihr Mann war so nett zu sagen, dass er mir einen Termin macht“, berichtete unser Nachbar. „Aber natürlich!“ sagte ich und machte sofort Platz am PC, damit Ralf die Webseite „Impfen in Schleswig-Holstein“ aufrufen konnte. Während Ralf dabei war, alle Daten von Herrn Lieberman einzugeben, redeten wir über dies und das. In einem Nebensatz erzählte er, dass er zwei volle Kisten mit Leergut habe, diese allerdings noch nicht weggebracht habe, da er nicht immer so viel tragen könne. Ralf und ich schauten uns stumm an und wußten, was zu tun sei. Wir würden das Altglas in den nächsten Tagen einfach in unser Auto packen und für Hern Liebermann wegfahren. Seit einem Jahr stehen die Kisten mit dem Altglas da oben, ich habe mich schon oft gefragt, wem es gehört. „Das wird unser Weihnachtsgeschenk an ihn“, sagte ich zu Ralf, der den gleichen Gedanken wie ich hatte. Nun war Ralf also weg und ich alleine auf dem Klo mit Geschenk- statt Klopapier. Zum Glück hatten wir noch Taschentücher im Badezimmerschrank…

Samstag: Not macht erfinderisch

„Eine Belohnung bekommt man, wenn man etwas Nettes, Gutes getan hat. Demzufolge bekommt man eine Belohnung nicht, wenn man Blödes im Sinn hatte!“ erklärte ich Kalle Knispel Schröder. „Fandest du das Geschenkpapier mit den Wichteln denn gar nicht schööön?“ versuchte er mich umzustimmen. „Natürlich finde ich es schön, ich habe es ja gekauft“, sagte ich. „Dann kannst du mir ja ein Toffifee…“ „Nein, es gibt kein Toffifee, denn das wäre eine Belohnung für dein falsches Verhalten!“ sagte ich und tauschte das Geschenkpapier im Toilettenpapierhalter gegen eine Rolle Klopapier aus. Kurze Zeit später hörten Ralf und ich komische Geräusche aus dem Hausflur vor unserer Tür. „Das hört sich an wie eine Sirene“, versuchte ich das Geräusch einzuordnen. „Ich hab das irgendwo schon einmal gehört“, sagte Ralf. Da klingelte es an unserer Tür und Herr Liebermann stand davor. Bei Aldi hatte er eine Packung Toffifee gekauft und wollte diese lieber uns geben, statt sie dem Wichtel in die Dose zu werfen. „Wie bitte?“ entfuhr es Ralf und mir. Da ging Herr Liebermann einen Schritt zur Seite. Und was sahen wir da? Herr Schröder saß im Schneidersitz im Hausflur und spielte auf unserer Gitarre irgendwelche selbsterdachten Quatschlieder. Neben sich hatte er eine Blechdose stehen, auf der um Toffifees bat. So ein kluger Wicht!

Sonntag: Urlaubspläne

„Ralf und ich haben bald unseren 22. Kennlerntag, und den wollen wir gerne in Ruhe, also ohne großen Störungen verbringen“, ließ ich Kalle Knispel Schröder und Chilli Schote wissen. „Wir fahren eh weg!“ tönte Herr Schröder. „Genau, wir machen Urlaub!“ ergänzte Chilli. „Aha, wo soll’s denn hingehen?“ fragte ich schmunzelnd. „In Pyjamas auf die Bahamas!“ rief Schröderlein. Wir dürfen gespannt sein, wie sie das umsetzen wollen. Aber wie ich die beiden kenne, fällt ihnen da schon etwas ein. Fakt ist, dass ich mal wieder einen Trainingsparkour aufbauen muss, um Herrn Schröders Gewicht zu reduzieren. Mir könnte es ja eigentlich egal sein, was er wiegt, allerdings nimmt der Seeadler Klaus ihn im Januar sicher nicht mit auf die Rückreise in den Zauberwald auf Fanø, wenn er weiterhin so schwer ist. Und Kalle liebt es, mit Klaus zu reisen. Und dieses Jahr muss Klaus ja auch noch Chilli mitnehmen, daher ist das mit dem Parcour schon eine gute Idee. Dieses Mal bin ich schlauer und werde daneben stehen, wenn Herr Schröder seine Trainingseinheiten absolviert. Nicht, dass er mir wieder das Equipment auffuttert. Marshmellows als Hanteln und eine Zuckerstange zum Limbo tanzen hatte ich beim letzten Mal unter anderem vorbereitet. Um den kleinen dicken Wicht vom Sport zu überzeugen, braucht es halt Anreize. Aber nun genießen wir erst einmal den 2. Weihnachtsfeiertag und bereiten uns auf ein kleines Fest zum Jahreswechsel vor.

Ich wünsche euch schon jetzt einen guten Rutsch ins neues Jahr, mit vielen schönen Momenten des Glücks, der Zuversicht und Kraft.

Herzlichst Eure Steph ❤

2 Kommentare zu „Herr Schröder treibt’s bunt

  1. Danke für die süße Geschichte. Meine Güte bin ich froh, dass dieser Wichtel bei uns noch nicht aufgetaucht ist. Ich weiß nicht, ob ich so viel Geduld hätte, wie ihr :-). Ich habe übrigens auch eine Lieblingsschale :-). Liebe Grüße in den Norden, Monika

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